Summary



Versoffen, gnadenlos….
Wir waren heute so gut unterwegs ohne Sightseeing. Alles deutete darauf hin, dass wir heute dank der verkürzten Strecke keinen Stress haben. Weit gefehlt. Beim Suchen von einem schönen „Plätzli“ zum Mittagessen am See, sind wir bös versoffen.
3 Stunden intensive Bergungsarbeiten vermieste uns den Lunch. - Die Mongolen kommen.
Data 03.09.2024
Heutiges Ziel, Route : von Khovd an den DorgonNuur zum Wüsten Biwak
| Tagesbeginn : | 07:30 | Gesamtfahrt, Track | 180 km | |
| Einsatzdauer h : | 7h:30m | Fahrtdauer Std: | 3h:30m | |
| Average Speed : | 55 km/h | Treibstoff lt/100km: | 15,50 | |
| Temperaturen °C : | min/max | 14° / 24° Nacht 9 | ||
| Wetter : | 9 Schön mit Gewölk | |||
| Sunrise / Sunset : | 06:16 / 19:28 | |||
| Höhen ü.M. von - bis | / Camp | 1400 - 1650 müM / 1500 | ||
| Koordinaten Camp : | 47.432,94.011 Tracking Siehe > | |||
| Ort am Abend : | Dorgon Desert Biwak | |||
| Crew Stimmung : | von 1 - 10 | 10 Angenehme Reise, gute Strassen, Tolbosee Schön | ||
Nächstes Ziel, Route : DorgonNuur - Khokhmorit - EreenNuur - Altaj
Reisebericht
Bis anhin sind wir immer etwas in Zeitnot. Das verursacht Stress.
Deshalb haben wir die zweitägige Reise nach Altai etwas verkürzt und sind rund 80 km auf Asphaltstrassen gefahren.
Wir konnten am Morgen auch rechtzeitig vom Hotel wegfahren. Gegen Mittagszeit nach schneller Fahrt mitten durch die Steinwüsten hatten wir rund eine Stunde Vorsprung auf die Marschtabelle.
Super, das gibt Stimmung.

Wir hatten unterwegs auch ausreichend Zeit um eine Asphalt Produktions-Anlage zu begutachten, wo man Asphalt für den Strassenbau herstellt.
Einen riesen Haufen Kohle, eine Brennkammer, wo man den Bitumen flüssig macht und eine 15 m hohe Anlage, wo man das Kies, Sand und den heissen Bitumen mischt.
Die riesige Rauchfahne der Produktionsanlage sahen wir schon von 20km Entfernung.


Es standen auch ein halbes Dutzend Mercedes-Lastwagen bereit, um den warmen Asphalt zu der nahen Strassen-Baustelle zu führen.
Die Lastwagen Chauffeure waren sehr neugierig und begrüssten uns freudig.


Wir erreichten den See „DorgonNuur“ bereits um 13 Uhr. Werni hatte eine überzeugende Idee das Mittagessen vorne am schönen See einzunehmen.
Natürlich so nahe wie möglich am Wasser.

Hansruedi ist losgefahren und realisiert zu spät, dass das Terrain für ein schweres Fahrzeug tiefgründig ist.
Er wollte kehren und ist dabei prompt im mongolischen Sumpf versoffen. Das ist doch kein Problem.
Werni ist mit seinem Fahrzeug entgegen gefahren und wollte mit einem Seil Hansruedi herausziehen. Was ist passiert?
Werni hat sich selber eingegraben. Ja super, beim dritten Fahrzeug, welches noch auf soliden Grund stand, ist ja die Seilwinde defekt.


Also versuchten wir mit einem Seil Werni aus dem Schlammassel herauszuziehen. Keine Chance. Werni‘s Auto hat sich so eingegraben, dass es mit dem Chassis auf dem Boden auflag.
Jetzt versuchten wir mit Umleitungsrollen mit zwei Seilwinden ein Auto herauszuziehen. Auch das misslang.
Beide Fahrzeuge sind in der tiefen Tundra wie festgesogen.


Dann versuchten wir mit Gewalt das nähere Fahrzeug herauszureissen. Also mit HauRuck Anlauf in das Seil zu fahren.
Resultat: ein riesen Knall und das ältere Seil ist gerissen. Unsere Schaufel und Spaten vom Vermieter waren nicht zu gebrauchen, zu schwach, zu klein – Spielzeug eben. Ein Mongole ist mit dem Töff vorbeigekommen und hat zugeschaut und Tipps gegeben, Er hat das zerrissene Seil perfekt zusammengeknüpft. Danach hat er auch eine richtige Schaufel organisiert.


Jetzt wurden die Räder freigeschaufelt, um die Plastik-Sandbleche unter die Räder zu bringen.
Werni versuchte nochmals mit Gewalt sein Fahrzeug mit einem riesen Ruck auf die Sandleche zu reissen.
Auch dieser Versuch endete mit einem Seilriss, hatte aber das Auto 5 cm auf Sandblechspitze gebracht.
Werni gibt nicht auf denn aller guten Dinge sind drei. Das zerrissenen Seil mit einem Achterknoten geflickt und noch mehr Anlauf.
Diesmal konnten die drehenden Räder auf dem Sandblech Griff fassen. Damit wurde das Auto etwas angehoben und das Chassis kam frei. Geschafft ein Auto zu bergen.

Zwei Seilwinden reichten nicht. um das Auto von Hansruedi aus der Tundra zu zeihen. Also neue Ideen sind gefragt.
Mit zwei Umlenkrollen haben wir eine Übersetzung konstruiert. Mit doppelter Kraft gelang es auch das Auto von Hansruedi durch den zähen Schlamm zu ziehen und auf die Sandbleche zu bringen.
Nach drei Stunden hatten die Fahrzeuge wieder einen festen Untergrund. Da hatten wir mächtig Glück.
Wir haben sicher noch eine halbe Stunde die Sandbleche ausgegraben und im See gereinigt.


Wir sind dann noch rund eine Stunde gefahren bis zum vorgesehenen Nacht-Camp mitten in der einsamen Wüste.
Vorher sind wir auf eine Wassertränke gestossen. In einem kleinen Gebäude befand sich ein Ziehbrunnen mit einer Wasserstandstiefe von rund 2 Meter.
Jörg hat mit den Beuteleimer von Hand Wasser in die Tränke geschöpft. Wie aus dem Nichts standen plötzlich ein Dutzend Pferde an der Theke.


Beim Camp einrichten kamen zwei Mongolen mit Töff vorbei und schauten uns beim Aufbau zu. Logischerweise spekulierten die zwei auf eine Einladung. In der Mongolei wird die Gastfreundschaft gross geschrieben. Deshalb haben wir die zwei Bage + Kher zum Apero und Nachtessen eingeladen. Jörg hat wieder einmal einen super Eintopf aus seiner kleinen Küche gezaubert.


Als Gegenleistung wird Werni von Bage aufgefordert auf seinen Töff Platz zu nehmen.
Sie fräsen wie verrückt zu seiner Ger in 2km Entfernung. Die Jurte, sein Daheim wird gezeigt und Essen angeboten.
Die Lammkeule mit getrockneten Fleisch dran musste probiert werden. Die Mogolen essen viel Fleisch, sie leben ja von ihren Tieren. Eine Melone kommt als Geschenk mit auf den wilden Ritt zurück zum Camp.


Ein ganz normaler Tag in der Mongolei…. > Expect the unexpected.

Technik
Die Fahrzeuge sind grausam dreckig. Das eine Abschleppseil ist etwas kürzer als vorher !!! Die Sandbleche wurden das erste Mal so richtig gebraucht und zum Glück funktionieren die Seilwinden.
Gesundheit
Alle sind gesund und staunen über die unglaublichen Abenteuer die wir erleben.
Camp 47.999,91.637
C+ 08.2024/ml-wb
