Aufstieg in die Berge
Ein harter und ereignisreicher Tag. Anspruchsvolle Passagen, Wasserdurchfahrten, Abschleppen, Pannenhilfe.
Zum Glück am Schluss ein Ger-Camp (Jurten) zum, übernachten.
Beim Nachtessen zeigte das Thermometer nur noch 3 Grad an. Heute müssen wir uns warm anziehen.
Data 30.08.2024
Heutiges Ziel, Route : von Olgii über Ulankhus uum Potanin Glester Aussichtspunkt
| Tagesbeginn : | 07:00 | Gesamtfahrt, Track: | 180 km | |
| Einsatzdauer h : | 9h:00m | Fahrtdauer Std: | 6h:00m | |
| Average Speed : | 30 km/h | Treibstoff lt/100km: | 17,00 | |
| Temperaturen °C : | min/max | 10° / 22° Nacht 7 | ||
| Wetter : | 8 teilweise Schön, am Morgen Wolken | |||
| Sunrise / Sunset : | 06:16 / 19:43 | |||
| Höhen ü.M. von - bis | / Camp | 1730 - 2850 müM / 2740 | ||
| Koordinaten Camp: | 49.184,88.189 Tracking Siehe > | |||
| Ort am Abend : | Ranger Ger Camp, Tavan Boghd NP | |||
| Crew Stimmung : | von 1 - 10 | 08 die Belastung ist gross, die Tage lang | ||
Nächstes Ziel, Route : Potanin - Zavast - Khoton Lakes
Reisebericht
Nach dem Tanken der Fahrzeuge ging es los Richtung Berge.
Auf unserem Weg zum 3100 m hohen Pontanin Gletscher Aussichtspunkt im Tavan Boghd Nationalpark haben wir 2-3 grössere Dörfer mit ein paar hundert Häuser (Winterquartier) passiert.
Dazwischen hat es Pässe und Ebenen, soweit das Auge reicht.

Diese Dörfer haben meistens ein Schulhaus und ein Hospital mit einem permanenten Arzt.
Hier finden auch die Geburten statt. Die Kinder gehen 12 Jahre in die Schule. Bleiben unter der Woche im Dorf und am Wochenende bei den Eltern in den Jurten mit den Tieren.
Im Sommer hat man fast 3 Monate Ferien. In dieser Zeit sind die Eltern mit den Tieren am weitesten entfernt vom Winterquartier.

Jetzt im Herbst bereitet man sich auf den Winter vor.
Mit Kuhmist werden die Jurten & Häuser geheizt und gekocht.
Überall wird nun im Herbst Kuhmist gesammelt und in grossen Lager getrocknet.
Zusätzlich sind grosse Kohlenplatten auf dem Kohlenhof gelagert. Diese werden mit Eisenstangen zerkleinert.


Die auf den Karten eingezeichneten Stassen verdienen den Namen Strasse eigentlich nicht.
Es sind eigentlich nur Spuren im Grass und Geröll wo man von A nach B kommt .Viel schneller als 40 Km kann man kaum fahren.
Es hat auch steile Aufstiege, wo man das Untersetzungsgetriebe einsetzen muss.
Beim TJ76 von Kurt und Thuri, wo man mit Ölen und Schmieren in der Garage das Getriebe zuschalten konnte, funktionierte die Schaltung im Gelände nicht.
Prompt blieb es beim steilen Passübergange, ca. 200-300 m vor der Passhöhe stecken.
Auch beim zweiten beherzten Versuch mit voller Geschwindigkeit im ersten Gang schafften wir es nicht. Also war die erste Abschleppübung angesagt.


Die Fahrt war wirklich anstrengend und eine volle Konzentration war notwendig.
Vor lauter Konzentration verpasst man fast etwas die schöne Landschaft.

Unterwegs sahen wir etwas abseits der Fahrspuren einen Mann vor einem alten russischen Bus winken. In dieser Abgeschiedenheit ist es Ehrensache, dass man anhält und hilft.
Also sind wir in die Ebene gefahren und haben den Schadenfall begutachtet. Der Mongole hat schon das halbe Fahrzeug auseinandergenommen.
3-4 Batterien standen herum, alle natürlich flach. Also wir mussten überbrücken.
Wir hätten nie gedacht, dass man so den Motor wieder zum Laufen bringen kann. Nach 10-15 Minuten „örgelen“ kam er langsam auf Touren.
Sobald wir aber das Verbindungskabel entfernten, stellte der Motor sofort wieder ab. Wahrscheinlich ist die Lichtmaschine defekt. Also wir konnten nicht weiterhelfen.
Wir waren auch etwas in Zeitnot. Wir haben ihm mitgeteilt oder besser mit Handzeichen klar gemacht, dass wir weiterfahren müssen.
Er war damit einverstanden und bedankte sich. Er machte nicht den Eindruck, dass er sich verloren fühlt. Er hatte auch einen Schlafsack im Auto.


Eine halbe Stunde später kamen uns drei Fahrzeuge bei einer Passage durch den Fluss entgegen.
Das erste Fahrzeug forderte uns auf, anzuhalten. Ein Uniformierter hat versucht mit uns zu kommunizieren. Wir vermuteten, dass es der Ranger vom Parkeingang ist.
Wir zeigten Ihm das Permit, aber er war noch nicht so richtig zufrieden. Er hat seine zwei Fahrzeuge weitergeschickt und ist mit uns bis zum Parkeingang gefahren.

Auf der Fahrt dahin stoppte das Ranger-Fahrzeug plötzlich vor uns. Die Motorhaube war offen und stand senkreckt vor der Frontscheibe.
Ein Scharnier des grossen Deckels war gebrochen. Wir haben mit einem Seil die Motorhaube fest angebunden. Beim Einsteigen war auch seine Fahrertüre fast abgefallen .
Ein Scharnier war ebenfalls gebrochen. Ja so ist das Leben.

Wir haben irgendwie klar gemacht, dass wir morgen zum Gletscher fahren wollen und jetzt übernachten möchten. Er hat Jurten, die er uns vermieten konnte.
Er hat uns zuerst eine Jurte mit 6 Betten angeboten. Die Betten hatten Schalttafel als Unterlagen oder Federbetten, welche 20 cm durchhängen.
Bei den Federbetten hat man 3 oder 4 Bretter quer darunter gelegt. So kann man natürlich nicht schlafen.

Wir haben 3 Jurten mit 18 Betten gemietet und aus dem Material etwas Schlafbares zusammengestellt.
Da es bissig kalt wurde, hat die Frau Kuhmist gebracht und den Ofen angeheizt.


Im Zelt von Jörg und Hansruedi wurde die Küche eingerichtet und den Esstisch vorbereitet. Im Zelt von Werni und Marcel war das Schreibbüro mit 220V- Strom vom Auto in Betrieb.
Alle waren gottenfroh heute hier übernachten zu dürfen

Technik
Wir haben heute die Limiten des Fahrzeuges mit dem normalen- 4Rad Antrieb kennen lernen müssen.
Das ist natürlich nicht ideal für die Gobi Wüste. Aber wir schaffen auch das.
Gesundheit
Alles sind gesund, mit der Belastung natürlich etwas angespannt.
Das gehört eben zu einer Expedition.
Camp 48.969,89.968
C+ 08.2024/ml-wb



