Etablieren und Unruhiger Erholungstag
Der heutige Tag war geplant als Reservetag, einen ganzen Tag frei in Olgi.
Zum Aufmunitionieren von Essen, Trinken, Diesel, defekte Sachen reparieren, Autoreparaturen und das Leben ohne grosses Fahren geniessen, war angesagt.
Aber der Ausflug zu den Eagle-Hunter ausserhalb der Stadt hat es dann aber in sich.
Data 29.08.2024
Heutiges Ziel, Route : Crew Meeting in Regensberg
| Tagesbeginn : | 07:00 | Gesamtfahrt, Track: | 100 km | |
| Einsatzdauer h : | 6h:00m | Fahrtdauer Std: | 2h:00m | |
| Average Speed : | 50 km/h | Treibstoff lt/100km: | 16,00 | |
| Temperaturen °C : | min/max | 14° / 25° Nacht 12 | ||
| Wetter : | 8 teilweise Schön, mit Wolken | |||
| Sunrise / Sunset : | 06:14 / 19:45 | |||
| Höhen ü.M. von - bis | / Camp | 1730 - 2340 müM / 1730 | ||
| Koordinaten Camp: | 48.969,89.968 Tracking Siehe > | |||
| Ort am Abend: | Olgii im Hotel Bayan Tsambagarav an der Central Plaza | |||
| Crew Stimmung : | von 1 - 10 | 09 der Reservetag wurde doch noch anstrengend | ||
Nächstes Ziel, Route : Olgii - Ulankhus - Tavan Boghd
Reisebericht
Buchstäblich, ein unruhiger Ruhetag.
Drive Mongolia, unser Travel Partner, hat eine Aussenstelle in Olgii. Banu, eine grossgewachsene Mongolin mit kasakischen Wurzeln, hat bereits um 07:15 am Zimmer geklopft und uns den bestellten Travel Permit zum Altai-Tavan Boghd National Park gebracht.
Das ist das Gebiet angrenzend zu China, hier braucht es ein spezielles Permit. Das ist alles auf Mongolisch, hat aber einen imposanten Stempel drauf.


Zusätzlich hat Banu eine Garage organisiert, wo wir bei unserem Sorgenfahrzeug der TJ76 von Kurt und Thuri das Getriebeproblem ( keine Untersetzung) zu lösen versuchen.
Auch das Schliessen der Seitenfenster funktioniert hie und da nicht. Bei diesem Staub ist dieses Problem ein „no go“ für die perfekten Schweizer.
Dass man den Kleiriemen nach dem Wechsel in Ulan Bator noch etwas besser spannen muss, ist Zugabe.


Die gut eingerichtete Garage war ab 0900 Uhr theoretisch offen. Aber die Arbeiter kamen erst so um 10 Uhr.
Also bereits eine grosse Warteschlange von 6-8 Fahrzeugen. Unsere Spezialisten, Hansruedi, Jörg und Kurt waren vor Ort und Thuri als Fotograph am Knipser.
Werni und Marcel bleiben im Hotel und schreiben wie wild diese Berichte.

Banu ist hier in der Region aufgewachsen und spricht sehr gut Englisch.
Sie kennt eine Mongolien-Familie persönlich, welche das Jagen mit Adler in der dritten Generation pflegen.
Wir sind mit zwei Fahrzeugen nach Sagsai, ca. 50 Km in den Bergen ausserhalb von Olgii gefahren.
Unterwegs sehen wir einen Unfall mit einem übervollen Kleinlaster, war wohl zu schnell…., Wir haben unterwegs auch wieder einige Wasserdurchfahrten .

Wir wurden in einem dekorativ eingerichteten Zelt zur Willkommen-Zeremonie mit Essen und Trinken eingeladen. Kasaken sind freundliche Gastgeber.
Fünf verschieden Käse von Kühen, Pferden, Yacks, Ziegen, Schafen und Tee und Stutenmilch zum Trinken wurden offeriert. Dazu Süssigkeiten und Guetzli.
Wir haben im Gegenzug natürlich unsere kleinen Swiss-Schöggeli als Gast-Geschenk überreicht.


Banu hat uns natürlich viel über das Land und Leute erzählen können. Das würde ein paar Internet Seiten füllen.
Dann zeigte uns die Familie wie man die Pferdestuten melkte und den Käse herstellt.
Zum Showblock gehörte natürlich den zwei den ganzen Tag angebundene Adler. Mit der Tracht und der grossen Handschuhen wurden die 6-10 kg schweren Greifvögel auf den Arm genommen. Dass es auch ohne Tracht geht, haben wir bewiesen beim Fotoshooting mit dem Adler.



Bei der Rückreise mussten wir wiederum ein paar Wasserstellen durchfahren. Werni wurde von einer mit viel Seegras bewachsenen Stelle überrascht.
Das Fahrzeug hat im Hüfttiefen Wasser den harten Untergrund verloren und hatte nicht genug Geschwindigkeit um das Gegenbord hochzufahren.
Ein Abschwung zurück in das Wasser und hüfttief in Flussrichtung konnten wir mit dem letzten Zacken wieder den harten steinigen Untergrund erreichen.
Nach 20-30 m Weiterfahren im tiefen Wasser haben wir einen Übergang auf das Bord gefunden. Uhiuhiuhi- Glück gehabt.
Ein Fahrzeug in Flussrichtung zu bergen, wäre eine äusserst anspruchsvolle Übung gewesen. Der Toyota war vollbehangen mit Seegras.


Niemand hatte die Kapazität in dieser heiklen Situation an Foto-Aufnahmen zu denken.
Die gestrigen Aufnahmen vom Training war Nasenwasser. Niemand hat auch das Sichern der immer laufenden Kamera vorgenommen.
Das hätte sicher super Aufnahmen gegeben, wenn man miterlebt wie das Fahrzeug immer tiefer im Fluss versinkt und der Motor immer langsamer dreht.

In Olgii heil angekommen, sind wir direkt zur Garage gefahren. Dann gab es lange Gesichter. Das Fahrzeug stand immer noch draussen.
Beim Aufbocken hat man realisiert, dass der Stossdämpfer vorne rechts auseinander gebrochen ist. Noch niemand hat einen solchen Schaden gesehen.
Wir konnten uns nicht vorstellen, wie das überhaupt passieren konnte.
Jetzt ist Kreativität angesagt. Die Garage hat bereits herausgefunden dass es ein solches Ersatz-Teil in der Stadt gibt. Allen war klar, dass man so nicht weiterfahren kann, also gaben wir den Auftrag diesen Stossdämpfer zu organisieren und zu montieren.
Der Garagenchef meint, dass dies bis heute Abend um 21:00 Uhr zu realisieren ist.
Um 18:30 Uhr meldet die Garage, dass der Stossdämpfer ersetzt worden ist und mit etwas Schmieren und Oelen das Untersetzungs-Getriebe wieder zuschaltbar ist.
Das ganze kostete rund 80 Fr. Einmal mehr haben die Mongolen überzeugt. Wenn etwas richtig defekt ist, dann wird in kurzer Zeit das Problem gelöst.
Der dreckige Toyota von Werni und Marcel bekam einen guten Handwasch und Seegras Cleaning.


Technik
Das Auto von Kurt und Thuri ist wieder fahrbar. Die Fensterbedienung blockiert nach wie vor hie und da. Wir wollen aber nicht Zeit verlieren und verschieben dieses Problem unter „nice to have“.
Es ist nicht überlebenswichtig. Auch mit der schwachen Starter-Batterie konnten wir die letzten 5 Tage gut leben.
Gesundheit
Alles sind gesund und heute locker auf dem Hocker.

Wir haben von Banu noch ein gutes Bild der Eagle Hunters auf ihren Pferden bekommen
Camp 48.969,89.968
C+ 08.2024/ml-wb



