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Projekt 2
Projekt zur Höhenakklimatisation

Ausgangslage
Der Aufenthalt in Höhen über 3000 m bereitet den Menschen Probleme. Wenn die Grundsätze der Bergmedizin beim Reisen in den Anden nicht konsequent befolgt werden, kann dies zu einschneidenden Folgen wie Abbruch der Reise oder ernsthafte gesundheitliche Probleme führen.

Allgemeine Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, Schwäche, Sehstörungen und psychiatrische Störungen wie Kritiklosigkeit, Überaktivität, vernunftwidriges Verhalten werden oft noch toleriert, sind aber besonders gefährlich für das Auslösen schwerer Unfälle. Dies ist gerade bei unserer Expedition Celeste beim Fahren im schwierigen Gelände, speziell beim ersten Aufstieg von Tupiza nach Sab Pablo de Lipez und bei der Befahrung des Vulkans Uturunco (6010m) zusätzlich kritisch.

Absicht
Mit der systematischen Wahrnehmung und Aufzeichnung der Reaktion der Expeditions- Teilnehmer wollen wir folgende Ziele erreichen:

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Unfälle verhindern

-

Schwere Höhenkrankheit mit Abbruch der Reise verhindern

-

Kleine wissenschaftliche Studie im Bereich Akklimatisation durchführen

 

Höhenkrankheit
Unter der Höhenkrankheit versteht man alle Folgen, Symptome und Beschwerden, die aufgrund des in größeren Höhen bestehenden geringen Luftdrucks bzw. Sauerstoffpartialdrucks zustande kommen. In der folgenden Tabelle erkennt man, dass der Sauerstoffpartialdruck in einer Höhe von rund 5000 m bereits auf die Hälfte gesunken ist.

Ursachen der Höhenkrankheit
Man unterscheidet im Prinzip vier Zonen, in denen es aufgrund des Sauerstoffmangels zu unterschiedlichen Reaktionen des Organismus kommen kann.

1.

Indifferenzzone

2.

Zone der vollständigen Kompensation

3.

Zone der unvollständigen Kompensation

4

Kritische Zone

Auf unserer Reise befinden wir uns in der Anklimationsphase in La Paz und auf unserer Anreise in den Süden nach Tupiza in der Zone 2, die Zone der vollständigen Kompensation. Dieser Bereich reicht von etwa 2 000 m Höhe bis etwa 4 000 m. Der erniedrigte Luftdruck mit dem verminderten Sauerstoffangebot führt bereits ohne körperliche Anstrengungen, also in Ruhe, zu einer Erhöhung von Herzfrequenz, Atemzeitvolumen, sowie vom Herzzeitvolumen. Außerdem vergrößert sich durch die zusätzliche Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) die Blutdichte. Bei Belastungen nehmen diese Werte deutlich mehr zu, als das auf Meereshöhe der Fall wäre. Die physische und psychische Leistungsfähigkeit ist deutlich reduziert.

Zone der unvollständigen Kompensation
Dieser Bereich erstreckt sich von einer Höhe von ca. 4 000 m bis zu ca. 7 000 m. Hier befinden wir uns ca. 1 Woche, das heisst von Tupiza in die Cordillera de Lipez und vor allem im Aufstieg zum Vulkan Uturunco. In dieser Zone ist ohne Akklimatisation mit erheblichen Störungen, bis hin zu Bewusstlosigkeit und Tod zu rechnen. Die physische und psychische Leistungsfähigkeit ist erheblich reduziert. Auch die Entscheidungs- und Reaktionsfähigkeiten nehmen teilweise erheblich ab.

Erkennen der Gefahr

1.

Frühzeichen: Kopfschmerz, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, kurze nächtliche Atemstörung, Leistungsabfall, Wasserödeme unter der Haut, Sehstörung, Herzschlag beschleunigt um über 20 %

2.

Warnzeichen: Rapider Leistungsabfall, konstante, schwere Kopfschmerzen, Atemnot bei Anstrengung, nächtliche Atemnot in Ruhe, schnelle Atmung, Herzjagen, Schlaflosigkeit, schwere Übelkeit, Erbrechen, trockener Husten, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel., Benommenheit, Lichtempfindlichkeit, Gang-/Stehunsicherheit, weniger als ½ l Urinausscheidung pro 24 Stunden

3.

Alarmsystem: schwerkranker, bewußtloser oder "verrückter" Patient, Atemnot in Ruhe, schwerer Husten mit braunem Auswurf, Bewegungsstörungen, Druck auf der Brust, rasselnde Atmung

 


Umfang der Untersuchung bei der Expedition Celeste

Die Firma Leuenberger Medizinaltechnik in Wallisellen hat uns mit der Abgabe von zusätzlichen POLAR Pulsuhren ermöglicht, die wichtigen Aspekt der Beurteilung der Herzfrequenzen bei der Höhen - Akklimatisation professionel aufzuzeichen.

Folgende Aufzeichnungen mit Polar S 625 x Laufcomputer und dem Trekking Model AXN 500 werden vorgenommen:

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Polar Fitness-Test zu Hause vor der Abreise, in La Paz, auf der Expedition auf 5800m (Tag 10) und nach der Rückkehr in die Schweiz von jedem Expedition Mitglied

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Aufzeichnung der Ruhe Frequenz an jedem Morgen von jedem Expedition Mitglied

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Kontinuierliche Aufzeichnung der Herzfrequenz und Höhenangabe bei einzelnen Mitgliedern bei den unterschiedlichen Tages Belastungen:

 

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Nachtruhe

 

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Aufstehen und Morgenessen / Mittagessen / Nachtessen

 

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Camp Aufstellen und Abbrechen

 

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Fahren im Auto inklusive Aktivitäten ausserhalb des Autos

 

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(Je nach Situation spezieller Aufstieg)

 

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Nachtruhe

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Analyse der Belastung (Herzfrequenz) in Abhängigkeit der Höhe und des

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Akklimatisationzeitpunktes

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Analyse der unterschiedlichen Werte der Mitglieder

Im weitern werden folgende Daten festgehalten:

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Tägliche Aufzeichnung des Gesundheitszustandes (Gefühl) von jedem Expedition Mitglied. Folgende Elemente werden beobachtet, getestet, bewertet und analysiert

 

-

Übelkeit, Kopfschmerzen

 

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Leistungsabfall (Tests)

 

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Herzrasen

 

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Atembeschwerden, Trockener Husten

 

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Psychische Symptome wie Antriebslosigkeit, Verwirrtheit (Tests)

 

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Schwindelgefühl, Gangunsicherheit ( Tests)

 

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Verminderter Urin Ausscheidung inklusiv Farbe

 

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Schlaflosigkeit

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Einnahme von Medikamenten der einzelnen Mitgliedern

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Erfahrungen bei der Anwendung der verschiedenen Atmungstechniken in Bezug auf die Beeinflussung der Herzfrequenz ( Künstlicher Druck erzeugen beim Ausatmen, etc)

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Aufzeichnung der Flüssigkeitsaufnahme aller Expeditions-Mitglieder

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Aufzeichnung der Höhe beim Schlafen / Rasten.

 

Nachtaufnahme der Herzfrequenz zu Hause

Belastung bei Auf- und Abstieg


Druckkorrekturen Tabelle